Im Ultental, dort wo sich die Höfe an die Hänge schmiegen, liegt der Ausserpircherhof auf 1.400 m ü. M. Hier, in St. Wallburg, beginnt Martins Tag noch bevor im Tal Bewegung aufkommt. Er versorgt seine Kühe, melkt und mistet aus. Seine Familie hilft mit. Am Berg zählt jede Hand.
Danach schlüpft er in seine Liftwart-Jacke und fährt zur Talstation des 6er-Sessellifts auf der Schwemmalm. Seit 20 Jahren schon geht er diesem Nebenerwerb nach und verbindet Hof und Skigebiet. Er hat nicht gewählt, sondern beides zusammengeführt.
Über die Hälfte der rund 20.000 landwirtschaftlichen Betriebe wird im Nebenerwerb geführt.
„Nur vom Hof allein könnten wir nicht leben“, sagt er offen. Der Nebenerwerb gibt Sicherheit. Er ermöglicht Investitionen, hält den Familienbetrieb lebendig und schafft Perspektiven für nachkommende Generationen.
Martins Weg steht für viele Südtiroler Höfe. Zusätzliche Arbeit im Tourismus schafft Einkommen im Tal und gibt Familien die Möglichkeit zu bleiben.
Es ist ein Weg der Menschen und ihrer Geschichten, die Tag für Tag Verantwortung tragen. Wie ein unsichtbarer Faden zieht sich ihr Handeln durch das Land. Er verbindet Landwirtschaft und Tourismus, Arbeit und Lebensraum. Er schafft Respekt vor dem Gewachsenen und Wertschätzung für das, was gepflegt und erhalten werden soll.