Green Mobility ist schon länger Zukunftsthema, vor allem auch im Tourismus, der einen großen Teil vom Verkehr in Südtirol verursacht. Will Mobilität zukunftsgerichtet organisiert werden, ist das Zusammenspiel aus öffentlichen Verkehrsmitteln, Sharing-Angeboten und bewusster Angebotsgestaltung fundamental.
Einen wesentlichen Impuls liefern dabei die Landesförderungen, die gezielt Investitionen in E-Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur unterstützen. Während staatliche Förderprogramme in der Vergangenheit oft nur kurzfristig verfügbar waren und rasch ausgeschöpft wurden, bieten die Landesbeiträge aktuell eine vergleichsweise stabile Grundlage für Betriebe, die Mobilität nachhaltiger gestalten wollen.
Aus Sicht von Harald Reiterer, Bereichtsleiter von Green Mobility der STA – Südtiroler Transportstrukturen AG, zeigt sich deutlich: „Die Förderungen wirken als Teil eines ganzheitlichen Mobilitätsverständnisses. Sie senken Einstiegshürden, schaffen Planungssicherheit und motivieren insbesondere den Tourismussektor, aktiv zu werden.“ Dass diese Chance genutzt wird, belegen die aktuellen Antragszahlen eindrucksvoll.
Förderungsansuchen belegen: Der Tourismus ist bereits aktiv
Ein Blick auf die Zahlen unterstreicht, dass der Tourismussektor seine Rolle bereits ernst nimmt. Im Jahr 2024 wurden an die Abteilung Wirtschaft insgesamt Förderansuchen für Investitionen in die Elektromobilität in Höhe von 577.944 Euro gestellt. Davon entfielen 218.059 Euro auf den Tourismussektor, ein erheblicher Anteil von 38%. Für die STA ist das ein klares Signal „Unterkunftsbetriebe und touristische Organisationen sind bereits Treiber der Mobilitätswende“, zeigt sich Harald erfreut. Gleichzeitig zeigt diese Entwicklung, dass es sich lohnt, diesen Weg konsequent weiterzugehen und bestehende Maßnahmen auszubauen.
Der Südtirol Guest Pass: Rückgrat nachhaltiger Gästemobilität
Ein zentraler Erfolgsfaktor der Green-Mobility-Strategie im Südtiroler Tourismus ist der Südtirol Guest Pass, da er die Verkehrsverlagerung niederschwellig und systemisch unterstützt. Die Zahlen unterstreichen seine Bedeutung: Im vergangenen Jahr wurden mit die 5,7 Mio. ausgestellten Südtirol Guest Pässe insgesamt 7,85 Mio. Fahrten im öffentlichen Verkehr getätigt. Statistisch entspricht das rund einer Fahrt pro Gast.
„Der Südtirol Guest Pass ist äußerst wirkungsvoll, um Gäste vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel zu verlagern“, betont Harald von der STA.
theiner’s garten DAS BIOREFUGIUM macht es vor
Wie ein solches Gesamtkonzept in der Praxis aussehen kann, zeigt theiner’s garten DAS BIOREFUGIUM in Gargazon. Der Betrieb versteht Mobilität als integralen Bestandteil des Gästeerlebnisses: Gäste werden aktiv zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln motiviert, mit E-Autos vom Bahnhof abgeholt und mit Tourentipps versorgt, die direkt vom Hotel aus mit Bus und Bahn erreichbar sind.
Dieser Ansatz reduziert den motorisierten Individualverkehr und erhöht gleichzeitig den Komfort für die Gäste. Mobilität wird hier nicht als Einschränkung wahrgenommen, sondern als Servicequalität. Genau darin liegt aus Sicht der Green-Mobility-Abteilung der STA ein entscheidender Erfolgsfaktor: „Nachhaltige Mobilität funktioniert dann besonders gut, wenn sie einfach, attraktiv und selbstverständlich nutzbar ist.“
Car Sharing: Teilen statt besitzen
Ein weiterer zentraler Baustein nachhaltiger Mobilität im Tourismus ist Car Sharing mit Elektroautos. In Südtirol gibt es bereits zahlreiche Betriebe und Organisationen, die entsprechende Angebote erfolgreich umsetzen. Den Service von Autos direkt vor Ort nutzen Mitarbeitende, Gäste und sogar die lokale Bevölkerung.
Dazu zählen unter anderem:
„Diese Modelle zeigen, dass geteilte Mobilität nicht nur Fahrzeuge ersetzt, sondern auch neue Kooperationsformen zwischen Tourismus, Bevölkerung und Mobilitätsanbietern ermöglicht. Gleichzeitig reduzieren Car-Sharing-Angebote den Bedarf an zusätzlichen Stellplätzen und senken langfristig Verkehrsaufkommen. Also ein Gewinn für alle,“ bringt es Harald auf den Punkt.
Learnings:
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Autorin: Iris Nocker