Verkehrsreduktion zählt aktuell zu eine der brennenden Herausforderungen touristischer Destinationen. Die tourismusintensive Gemeinde Olang hat sich dieser Aufgabe gestellt und mit einem mutigen Projekt erste Schritte nach vorne gemacht: Seit dem 10.11.2025 ist der Callbus im Einsatz – und wird von Gästen wie Einheimischen gleichermaßen angenommen. Der On-Demand-Service verkehrt in der Hochsaison täglich von 07.30 bis 22.00 Uhr, ist per App buchbar und ergänzt gezielt das bestehende öffentliche Mobilitätsnetz. Besonders Fraktionen ohne direkte Anbindung an den Linienverkehr profitieren davon. In Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen WIIF sowie der STA – Südtiroler Transportstrukturen wurde ein Modell realisiert, das bereits in der Pilotphase zeigt, wie öffentliche Mobilität effizienter, bedarfsorientierter und ressourcenschonender organisiert werden kann.
So einfach ist die Nutzung
Der On-Demand-Verkehrsdienst kann ausschließlich über die Callbus-App gebucht werden. Voraussetzung für die Nutzung ist ein gültiger Südtirol Pass für Einheimische bzw. der südtirolmobil Pass für Gäste. Die flexiblen Fahrzeiten an den über 90 Haltestellen ermöglichen ein Angebot, das sich konsequent am tatsächlichen Bedarf orientiert. Eine intelligente Software im Hintergrund übernimmt dabei die dynamische Routen- und Fahrzeugplanung. Ist keine direkte Fahrt verfügbar, wird automatisch eine passende Alternative vorgeschlagen. Gleichzeitig werden Fahrten gebündelt, um eine möglichst hohe Auslastung zu erreichen und Leerfahrten zu minimieren. Neben Personen können auch Skier sowie bis zu drei Fahrräder transportiert werden. Der Service ist zudem barrierefrei ausgelegt: mit Kindersitz, Hundetransportbox und Hebebühne für mobilitätseingeschränkte Personen. Für Menschen, die sich mit der digitalen Buchung schwertun, übernimmt das Tourismusbüro die Buchung.
Das Fazit bis jetzt: Weiter so!
„Die Analysedaten wie auch das positive Feedback der Mitfahrenden bestätigen, dass wir ein tragfähiges Angebot geschaffen haben“, resümiert Matthias Santer, Initiator des Projekts und Direktor des Tourismusvereins Olang. Durchschnittlich nutzen aktuell über 100 Personen pro Tag den Callbus, in der Spitzensaison sogar über 200. Der Mehrwert geht dabei über reine Mobilität hinaus: „Mit dem Callbus unterstützen wir gezielt die heimische Gastronomie, erhöhen die Erreichbarkeit von Veranstaltungen und entlasten gleichzeitig den Verkehr,“ so Matthias.
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist das kontinuierliche Monitoring. Das System analysiert sämtliche Fahrten und zeigt Nutzungszeiten, Nachfragecluster und Auslastungen transparent auf. So können Stoßzeiten gezielt ausgebaut und Leerfahrten im öffentlichen Verkehr nachhaltig reduziert werden. „Ganz klar ein Gewinn sowohl für den ÖPNV als auch für den Individualverkehr.“
Und das war erst der Anfang
Bereits ab der Sommersaison 2026 ist ein weiterer Ausbau des Angebots geplant. Vorgesehen sind zusätzliche Haltestellen an Erlebnisorten sowie an Ausgangspunkten beliebter Wanderungen. Zudem soll der Callbus künftig als Zubringer für geführte Gästetouren eingesetzt werden, „damit im Sinne der Umweltverträglichkeit nicht mehr vier Autos zum Startpunkt fahren, sondern nur eines,“ meint Matthias. Parallel arbeitet die STA daran, die Buchung künftig in die suedtirolmobil-App zu integrieren, um den Zugang weiter zu vereinfachen und die Systemintegration zu stärken. Ergänzend ist ein CO₂-Rechner geplant, der transparent darstellt, wie viel Energie durch die Nutzung des Callbus im Vergleich zum privaten PKW eingespart wird. Als zusätzlicher Anreiz, das eigene Fahrzeug stehen zu lassen.
Learnings:
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