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Weinkulturpreis 2026: Südtiroler Wein als Teil des Gästeerlebnisses

Der Weinkulturpreis wird seit 2004 vom Konsortium Südtirol Wein vergeben. Er zeichnet Gastbetriebe aus, die heimischen Weinen einen besonderen Stellenwert einräumen und Südtiroler Weinkultur engagiert leben. 2026 geht die Auszeichnung an die Feltunerhütte am Rittner Horn und den Kürbishof in Altrei. 

Im Interview erklärt Eduard Bernhart, Geschäftsführer von Konsortium Südtirol Wein, was die beiden Betriebe auszeichnet, welche Möglichkeiten sich für Gastronomie und Tourismus bieten und warum Zusammenarbeit für die Südtiroler Weinwirtschaft so wichtig ist.

Der Weinkulturpreis 2026 geht an den Kürbishof in Altrei und die Feltunerhütte am Rittner Horn. Was war an diesen beiden Betrieben besonders überzeugend?

Beide Betriebe beweisen, dass Südtiroler Weinkultur auch abseits der klassischen Weinorte ihren Platz hat. Am Kürbishof beeindruckt uns die sorgfältige Auswahl Südtiroler Weine, die kompetente Beratung und die Einbettung in einen stimmigen kulinarischen Kontext. Noch außergewöhnlicher ist die Lage der Feltunerhütte auf über 2.000 Metern Höhe. Dort ist die Vielfalt Südtiroler Weine mit einer gut zusammengestellten Auswahl, einer fairen Preisgestaltung und einer begeisterten Beratung fester Bestandteil des Hüttenerlebnisses.

Wie hat sich der Weinkulturpreis im Laufe der Jahre entwickelt?

Am Grundgedanken hat sich bis heute nichts geändert: Wir möchten Betrieben eine Bühne bieten, die Südtiroler Weinkultur besonders hochhalten. Ergänzt wurde der klassische Preis durch einen Sonderpreis für Persönlichkeiten außerhalb Südtirols, die sich besonders um unsere Weine und unsere Weinkultur verdient gemacht haben.

Südtiroler Wein erlebbar machen

Was können Hotels und Gastronomiebetriebe tun, um heimischen Weinen mehr Aufmerksamkeit zu geben?

Südtirol zeichnet sich durch eine große Vielfalt an Rebsorten, Lagen, Höhenstufen und Anbaugebieten aus. Dadurch gibt es zu nahezu jedem Gericht einen passenden Südtiroler Wein. Betriebe können diese Vielfalt auf ihrer Weinkarte sichtbar machen, heimische Weine mit einem entsprechenden Symbol kennzeichnen und sie auch glasweise anbieten.

Entscheidend ist außerdem die Beratung: Wer im Service für Wein zuständig ist, sollte mit den Weinen und der Südtiroler Weinkultur vertraut sein und selbst Begeisterung dafür mitbringen. Und schließlich geht es darum, den Gästen die Geschichten hinter den Weinen zu erzählen. Davon gibt es in Südtirol genug.

Welche Kriterien sind für die Auszeichnung besonders wichtig?

Die teilnehmenden Betriebe durchlaufen ein anspruchsvolles Bewertungsverfahren, zu dem auch eine Prüfung vor Ort gehört. Dabei betrachten wir die Weinkarte und die Vielfalt der Auswahl, einschließlich des glasweisen Ausschanks. Ebenso wichtig sind die Präsentation, die Beratung und die Weinempfehlungen, die Abstimmung von Wein und Speisen sowie eine faire Preisgestaltung. Entscheidend ist am Ende das Gesamtbild: Wie selbstverständlich und überzeugend wird Südtiroler Weinkultur im Betrieb gelebt?

Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Die Südtiroler Weinwirtschaft ist kleinstrukturiert. Warum ist Zusammenarbeit so wichtig, um sich am Markt zu behaupten?

Zusammenarbeit prägt unsere Weinwirtschaft seit mehr als einem Jahrhundert. Die Genossenschaften haben die Entwicklung der Südtiroler Weinlandschaft wesentlich mitgestaltet. Auch Weingüter und Freie Weinbauern arbeiten seit Jahren zusammen, um die Nachteile kleiner Betriebsstrukturen im Wettbewerb auszugleichen.

Je kleiner ein Betrieb, desto schwieriger ist es, die eigenen Produkte am Markt sichtbar zu machen. Gemeinsames Auftreten verschafft der Weinwirtschaft eine stärkere Stimme. Funktioniert die Zusammenarbeit, lassen sich die Nachteile der kleinen Struktur ausgleichen, ohne deren Vorteile aufzugeben: Dynamik, Flexibilität, kurze Wege und der persönliche Kontakt zu den Kund:innen.

Welche Rolle spielen lokale Kooperationen zwischen Weinwirtschaft, Gastronomie und Tourismus?

Die beste Zusammenarbeit beginnt vor der eigenen Haustür. Die Kooperation der Völser Winzer ist dafür ein gutes Beispiel. Solche Initiativen zeigen, wie Betriebe ihre Kräfte bündeln und gemeinsam mehr erreichen können.

Wir müssen uns bewusst sein, dass der heimische Markt der wichtigste für unseren Wein ist und dies liegt selbstverständlich auch und vor allem an einem boomenden Tourismus. Deshalb kommt der Gastronomie eine zentrale Rolle zu. Sie muss hinter den regionalen Weinen stehen und von ihrer Qualität überzeugt sein, um auch die Gäste dafür zu begeistern. Wir unterstützen die Betriebe mit Hilfsmitteln zur Vermittlung von Weinwissen und Weinkultur, damit sie ihr Servicepersonal entsprechend schulen können. Wer die Geschichte hinter einem Wein kennt, kann sie auch weitererzählen.

Was bleibt, was kommt

Was wünschst du dir für die Zukunft des Weinkulturpreises? Und was bringt die Auszeichnung den prämierten Betrieben?

Der Weinkulturpreis zählt seit mehr als 20 Jahren zu unseren wichtigsten Initiativen. Er stellt Betriebe ins Rampenlicht, die unsere Leidenschaft für Südtiroler Wein teilen und diese auch ihren Gästen vermitteln möchten. Dieses Konzept kann aus unserer Sicht so bleiben. Vielmehr möchten wir mehr Gastronomiebetriebe für die Teilnahme begeistern und ihnen zeigen, welche Chancen sich daraus ergeben.

Die Auszeichnung bringt viel Aufmerksamkeit: durch Medienberichte, gezielte Kampagnen, die Einbindung in Medien- und Influencerreisen wie auch durch Veranstaltungen. Für die Preisträger ist das eine wertvolle Möglichkeit, sich zu präsentieren und ihr Image zu stärken.

Persönlich wünsche ich mir, dass wir auch in Zukunft würdige Preisträger auszeichnen und die Sensibilität für den Preis weiter wächst. Und dass Wein das bleibt, was er sein soll: ein genussvolles Natur- und Kulturgut, das man sich gönnen darf und soll.

Learnings:

  • Sichtbarkeit schaffen: Südtiroler Weine auf der Weinkarte klar kennzeichnen und auch glasweise anbieten.
  • Kompetenz stärken: Das Servicepersonal mit Weinwissen ausstatten, damit es die Vielfalt Südtiroler Weine kennt und passende Empfehlungen geben kann.
  • Geschichten erzählen: Herkunft, Menschen und Besonderheiten hinter den Weinen vermitteln und so aus einer Weinempfehlung eine persönliche Entdeckung machen.
  • Zusammenarbeit nutzen: Kontakte zu lokalen Weinproduzent:innen aufbauen und bestehende Kooperationen, Verkostungen oder gemeinsame Angebote ins Gästeerlebnis einbinden.

Welchen Stellenwert hat Südtiroler Wein in eurem Betrieb? Wie macht ihr regionale Weine für eure Gäste erlebbar? Habt ihr Lust bekommen, euer Angebot zu erweitern? Teilt eure Erfahrungen und eure Motivation mit der Community.

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