Produkt des Jahres 2026 - HImbeeraufstrich von Unichhof | © Südtiroler Bauernbund

Produkt des Jahres 2026: Himbeeraufstrich vom Unichhof

Der Himbeeraufstrich vom Unichhof in Aldein ist das „Roter Hahn – Produkt des Jahres 2026“. Am 25. September 2026 erhielt Robert Gurndin die Auszeichnung des Südtiroler Bauernbunds. Im Interview spricht der Preisträger über, warum für ihn Qualität bereits bei der Frucht beginnt, weshalb die Himbeerernte tägliche Kontrolle und viel Handarbeit über das ganze Jahr hinweg erfordert und was die Auszeichnung für den Hof bedeutet.

Herr Gurndin, Ihr Himbeeraufstrich wurde zum Produkt des Jahres 2026 gekürt. Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie?

Es ist eine Anerkennung für die Arbeit, die hinter dem Produkt steckt und für einen Anspruch, den wir am Hof schon lange verfolgen. Der Unichhof ist seit 2014 Mitglied bei „Roter Hahn“. Unser Sortiment ist über die Jahre stetig gewachsen: Neben verschiedenen, am Hof angebauten Beeren und Früchten verarbeiten wir auch Kräuter und Kalbfleisch. Dazu kommen Brot aus eigenem Getreide, Eingelegtes und Speck.

Dass nun gerade der Himbeeraufstrich ausgezeichnet wurde, freut mich besonders. Er hat bei den Verkostungen von „Roter Hahn“ bereits mehrfach sehr gut abgeschnitten und dabei vor allem mit seiner Konsistenz, seinem Aroma und dem puren Himbeergeschmack überzeugt.

Was macht für Sie einen guten Himbeeraufstrich aus?

Das Wichtigste ist der Rohstoff, also die Frucht. Ich wollte das, was auf unserem Hof wächst, direkt hier verarbeiten und die Qualität selbst in der Hand haben. Deshalb achten wir schon beim Anbau und bei der Ernte sehr genau auf den richtigen Zeitpunkt.

Gerade bei Himbeeren ist das wichtig. Eine Herausforderung ist die Kirschessigfliege, die reife Früchte befällt. Wir ernten deshalb nicht möglichst viele Beeren auf einmal, sondern kontrollieren die Pflanzen täglich. Und pflücken jede einzelne Himbeere dann, wenn sie den richtigen Reifegrad erreicht hat. Das macht die Ernte aufwendiger, hilft uns aber dabei, möglichst einwandfreie Früchte zu verarbeiten.

Viel Kontrolle und Handarbeit also bereits vor der Verarbeitung?

Genau. Die Ernte ist ein entscheidender Teil des gesamten Prozesses. Danach werden die Himbeeren direkt am Hof verarbeitet und zu Aufstrich veredelt. Auch bei den anderen Früchten und Beeren, die wir anbauen, verfolgen wir diesen Weg: vom Feld über die Verarbeitung bis zum fertigen Produkt bleibt alles nachvollziehbar.

Am Unichhof wachsen neben Himbeeren unter anderem Johannisbeeren, Stachelbeeren, Brombeeren, Jostabeeren, Kirschen, Holunder, Zwetschgen, Äpfel, Birnen und Quitten. Daraus machen wir verschiedene Fruchtaufstriche und Sirupe.

Der Himbeeraufstrich hat bei den Verkostungen über mehrere Jahre konstant gut abgeschnitten. Was bedeutet diese Konstanz für Sie?

Ein Produkt muss nicht nur einmal gut sein. Wir möchten eine Qualität erreichen, auf die wir auch in den kommenden Jahren vertrauen können. Dass der Himbeeraufstrich bei den bisherigen „Roter Hahn“-Verkostungen immer sehr gut bewertet wurde, zeigt uns, dass wir mit unserer Arbeitsweise auf dem richtigen Weg sind.

Vom Rohstoff bis zum fertigen Glas bleibt also vieles am Hof.

Das ist für uns ein wichtiger Teil der Direktvermarktung. Wir bauen die Früchte selbst an, verarbeiten sie direkt am Hof und verkaufen die fertigen Produkte im Hofladen, auf Märkten und über ausgewählte Geschäfte. Dadurch können wir viele Schritte selbst beeinflussen und gleichzeitig den Kontakt zu unseren Kundinnen und Kunden halten.

Werden Ihre Produkte auch in der heimischen Gastronomie verwendet?

Ja, unsere Produkte finden auch in der heimischen Gastronomie ihren Platz. Einige unserer Abnehmer bieten den Fruchtaufstrich ihren Gästen zum Frühstück an.

Was bedeutet die Auszeichnung für die Zukunft des Unichhofs?

Wir möchten unseren eingeschlagenen Weg weitergehen und die Abläufe am Hof laufend verbessern. Dabei bleibt die Qualität der eigenen Rohstoffe die Grundlage. Die Auszeichnung ist eine schöne Bestätigung dafür, dass sich die sorgfältige Arbeit über viele Jahre auszahlt.

Wie wird das „Produkt des Jahres“ ausgewählt?

  • Die jährliche Blindverkostung ist seit der Gründung des Qualitätssiegels „Roter Hahn – Qualitätsprodukte vom Bauern“ im Jahr 2004 Teil der Zertifizierung. Aus den insgesamt 914 Qualitätsprodukten werden rund 200 Produkte ausgewählt und anonym von einer unabhängigen Expertenkommission verkostet.

  • Die Jury bewertet die Produkte nach festen Kriterien und vergibt drei Prädikate: „Qualitätsprodukt“, „Qualitätsprodukt mit Anmerkung“ oder „Kein Qualitätsprodukt“.

  • Für die Prämierung zählen neben einer besonders guten Bewertung unter anderem 100 Prozent hofeigene Rohstoffe, konstante Qualität über mehrere Jahre, Innovationskraft, Nachfrage, eine professionelle Produktpräsentation und nachvollziehbare Produktionsabläufe.

Welche regionalen Produkte sind euch zuletzt besonders aufgefallen? Kennt ihr weitere Südtiroler Produzent:innen, deren Arbeit mehr Aufmerksamkeit verdient? Teilt eure Entdeckungen mit der Community in den Kommentaren.

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