Headerbild: Frühstücksgerichte vom Tirefer Hof | © Triefer Hof

Regional, einfach, schlau: sieben Frühstückstipps

Verena Silbernagl vom Triefer Hof in Kastelruth vermietet Ferienwohnungen und bietet ihren Gästen Frühstück auf Wunsch als Frühstückskorb an. Deshalb muss das Angebot gut planbar, flexibel und im Betriebsalltag einfach umsetzbar sein. 

Ihre Erfahrungen gibt Verena in Kursen des Südtiroler Bauernbunds weiter. Dort zeigt sie unter anderem, wie sich ein Frühstückskorb sinnvoll zusammenstellen lässt, welche Produkte sich dafür eignen und wie Organisation und Kommunikation mit den Gästen funktionieren können. Sieben Tipps der Bäuerin.

1. Mit dem anfangen, was bereits da ist

Auf dem Triefer Hof beginnt die Planung nicht mit der Frage, was alles auf einen Frühstückstisch gehören könnte. „Ich versuche, die Sachen zu verwenden, die wir selbst am Hof haben“, sagt Verena. Der Hof betreibt Vieh- und Milchwirtschaft, entsprechend spielen Milch und daraus hergestellte Produkte eine wichtige Rolle. Joghurt und Frischkäse stellt sie selbst her, ebenso nutzt sie die eigene Milch etwa für Porridge oder Chia-Pudding. Auch Eier kommen direkt vom Hof.

Ihr Rat lässt sich einfach auf andere Betriebe übertragen: Zuerst eine Bestandsaufnahme machen. Welche Produkte gibt es ohnehin am Hof? Was wächst im Garten? Was lässt sich ohne großen zusätzlichen Aufwand verarbeiten? Ein regionales Frühstück muss deshalb nicht einem fixen Schema folgen. Im Gegenteil: Gerade die Produkte, die einen Betrieb von anderen unterscheiden, können dem Angebot ein eigenes Profil geben.

2. Nicht alles muss das ganze Jahr verfügbar sein

Was regional ist, verändert sich mit den Jahreszeiten. Verena kann im Sommer und Herbst auf eine breite Auswahl zurückgreifen: unter anderem auf Himbeeren, Erdbeeren, Johannisbeeren, Äpfel, Birnen oder Zwetschgen. Im Winter sieht das Angebot zwangsläufig anders aus. Aber aus Obst können etwa Mus, Kompott, Marmelade oder Saft entstehen. Aus Äpfeln wird ein Streuselkuchen, aus Erdbeeren Erdbeermilch. 

Für kleinere Betriebe kann darin eine Chance liegen: Das Frühstück nicht ganzjährig identisch planen, sondern bewusst mit der Saison verändern. Das schafft Abwechslung, ist authentisch und erleichtert den Einkauf.

3. Veredeln statt zukaufen

Wer eigene Produkte verarbeitet, kann mit wenigen Grundzutaten unterschiedliche Angebote schaffen. In ihren Kursen zeigt Verema Silbernagl beispielsweise, wie sich Granola variieren lässt oder wie einfache Grundlagen für Chia-Pudding und über Nacht vorbereitete Frühstücksgerichte wie Overnight Oats aussehen können. Auch am Triefer Hof entstehen aus vorhandenen Produkten unterschiedliche Frühstückselemente: Joghurt und Frischkäse aus der eigenen Milch, Fruchtmus und Kompott aus eigenem Obst, Gebäck oder Saft je nach Saison.

4. Auch für die Gastgeber muss das Angebot passen

Frühstück verursacht nicht nur Kosten, sondern vor allem Arbeit. Vorbereitung, Zusammenstellen, Übergabe und Rücknahme der Frühstückskörbe müssen sich in den Tagesablauf einfügen. Verena rät dazu, ein System zu entwickeln, das für die Gastgeberinnen und Gastgeber selbst funktioniert. „Ich muss das Frühstück so organisieren, dass ich damit zurechtkomme, dass es mir Spaß macht und dass ich es mit Freude machen kann“, sagt sie. Wird das Angebot von Anfang an zu kompliziert, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass es im Alltag irgendwann zur Belastung wird.

Das kann auch bedeuten, Grenzen zu setzen. Nicht jeder spontane Wunsch muss jederzeit erfüllt werden. Verena bittet ihre Gäste deshalb darum, Bestellungen einige Tage beziehungsweise rechtzeitig vorher anzukündigen, damit sie entsprechend planen kann. „Es soll für den Gast passen, aber es soll auch für mich passen“, fasst sie zusammen.

5. Vorher fragen statt nachher wegwerfen

Eine einfache Maßnahme erleichtert nicht nur die Organisation und hilft dabei, Verschwendung zu vermeiden: mit den Gästen sprechen. Verena fragt bei den Gästen vorher ab, was ihnen schmeckt und was nicht. Schließlich lässt sich nicht automatisch wissen, ob jemand Joghurt, bestimmte Käsesorten oder andere Produkte gern isst oder vielleicht Unverträglichkeiten hat.

Für Ferienwohnungen entscheiden sich viele, weil sie flexibel bleiben und sich selbst versorgen möchten. Darum bietet sie die hofeigenen Produkte auch einzeln an. Wer beispielsweise nur Joghurt und Müsli möchte, kann auch nur diese Produkte bekommen.

6. Regionalität sichtbar machen

„Ein Frühstück kann noch so regional sein – wenn Gäste nichts über die Herkunft der Produkte erfahren, bleibt ein Teil seines Mehrwerts unsichtbar“, ist Verena überzeugt. Am Trieferhof wird deshalb bereits auf der Website über den Hof und das Frühstücksangebot informiert. Vieles vermittelt die Bäuerin und Gastgeberin auch persönlich. Ein kurzer Hinweis darauf, dass das Joghurt aus der eigenen Milch hergestellt wird, die Eier vom Hof kommen oder das Kompott aus den eigenen Zwetschgen gekocht wurde, gibt dem Produkt eine Geschichte.

Genau das kommt bei Gästen an. Verena erlebt, dass sie besonders begeistert sind, wenn sie Produkte aus der Umgebung und vom Hof kennenlernen. Manche kaufen Joghurt, Frischkäse oder Saft dann auch noch zum Mitnehmen.

„Ein Frühstück kann noch so regional sein – wenn Gäste nichts über die Herkunft der Produkte erfahren, bleibt ein Teil seines Mehrwerts unsichtbar.“
Portrait Verena Silbernagl Trieferhof | © Triefer Hof
Verena Silbernagl
Triefer Hof

7. Lieber passend als perfekt

Wer ein regionales Frühstück anbieten möchte, braucht also nicht von Anfang an ein Sortiment mit unzähligen Produkten. Ein guter Ausgangspunkt ist das, was bereits vorhanden ist. Daraus lässt sich ein Angebot entwickeln, das zur eigenen Betriebsgröße und zum eigenen Tagesablauf passt. Oder, wie Verena Silbernagl es auf den Punkt bringt: „Man darf es nicht zu kompliziert machen.“

Verena Silbernagls Kurs zum Thema Organisation, Produkte und Kommunikation von Frühstückskörben am Bauernhof wird vom Roten Hahn organisiert und findet wieder im Frühjahr 2027 statt.

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