Wer im Tourismus kommuniziert, kennt die Herausforderung: Auf Website, Social Media, Speisekarte oder Buchungsplattform soll auf wenigen Zeilen vermittelt werden, wofür ein Betrieb steht. Begriffe wie „nachhaltig“, „regional“, „klimafreundlich“ oder „ressourcenschonend“ haben dabei längst ihren festen Platz.
Genau hier setzt EmpCo, kurz für „Empowering Consumers for the Green Transition“, an. Die EU-Richtlinie soll Verbraucher:innen besser vor unklaren oder nicht ausreichend belegten Nachhaltigkeitsaussagen schützen. Italien hat sie mit dem Decreto Legislativo 20 febbraio 2026, n. 30 umgesetzt. Seit dem 27. September 2026 sind die neuen Bestimmungen anzuwenden.
Für Betriebe heißt das nicht, dass sie weniger über Nachhaltigkeit sprechen dürfen. Entscheidend ist vielmehr, wie sie darüber sprechen.
Die wichtigste Regel: Fakten schlagen Adjektive
Statt einen Betrieb pauschal als „nachhaltig“ zu bezeichnen, sollte die Kommunikation zeigen, was konkret getan wird, wer dafür verantwortlich ist, welchen Bereich die Maßnahme betrifft und wie sie belegt werden kann.
Ein Beispiel aus dem Hotelalltag:
Zu allgemein:
„Wir sind ein nachhaltiges Hotel.“
Konkreter:
„Seit [Jahr] erfassen wir monatlich unseren Energie- und Wasserverbrauch. Im Bereich [X] haben wir [konkrete Maßnahme] umgesetzt. Details: [Link].“
Dasselbe gilt für Aussagen wie „regional“, „saisonal“, „energieeffizient“ oder „ressourcenschonend“. Ohne weitere Erklärung bleiben sie häufig zu vage. Besser sind konkrete Angaben zu Zeitraum, Anteil, Radius, Verbrauch oder Reduktion. Auch ein bloßer Synonymtausch hilft nicht: Aus „nachhaltig“ einfach „bewusst“, „verantwortungsvoll“ oder „zukunftsorientiert“ zu machen, löst das Problem nicht.
Was solltest du jetzt überprüfen?
EmpCo betrifft nicht nur einen Nachhaltigkeitsbereich auf der Website. Prüfe deine gesamte Kommunikation: Website und Buchungsseiten, Angebotsbeschreibungen, Social Media, Newsletter, Videos und Hashtags ebenso wie Broschüren, Speisekarten, Zimmermappen, Pressemitteilungen sowie Texte auf Plattformen und bei Partnern.
Und wichtig: Nicht nur Wörter kommunizieren. Auch Bilder, Farben, Logos, Labels und die gesamte Gestaltung können eine Nachhaltigkeitsaussage vermitteln und sollten deshalb mitgedacht werden
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Klima und CO₂ Aussagen, Zukunftsziele, Nachhaltigkeitslabels sowie Vergleiche und Spitzenbehauptungen wie „führend“, „beste“ oder „einzige“. Auch Partnerinhalte solltest du nicht ungeprüft übernehmen.
EmpCo kann deine Kommunikation besser machen
Natürlich bedeutet die Umstellung zunächst Arbeit. Gerade für kleinere Betriebe, in denen Kommunikation neben vielen anderen Aufgaben läuft, ist es nicht realistisch, sämtliche Texte von heute auf morgen neu zu denken.
Doch die neuen Regeln bieten auch eine Chance: Konkrete Nachhaltigkeitskommunikation ist meistens die interessantere Kommunikation.
Statt „nachhaltige Küche“ erzählst du beispielsweise, welcher Anteil deiner Zutaten tatsächlich aus einem bestimmten Umkreis stammt. Statt „klimafreundliche Anreise“ erklärst du, welche Buslinie vom Bahnhof zu deinem Haus fährt.
Das ist nicht nur präziser. Es macht Leistungen sichtbar, die hinter allgemeinen Begriffen häufig verschwinden.
Jetzt Kommunikation checken
Damit du nicht jede Formulierung selbst neu beurteilen musst, haben wir die wichtigsten EmpCo-Regeln, kritische Begriffe, konkrete Beispiele und einen praktischen Prüfprozess in einem Leitfaden zusammengefasst.
Der Leitfaden dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine rechtliche Beratung. Bei Unsicherheiten empfiehlt er, fachliche oder rechtliche Beratung einzuholen.
Verpflegung, Mobilität, Unterkunft oder Nachhaltigkeitslabel Südtirol®: Unsere Toolbox gibt dir praktische Tipps und Textbausteine mit, um diese Themen gut und richtig an deine Gäste zu kommunizieren.