Direktvermarktung funktioniert dort am besten, wo Produzent:innen und Abnehmer:innen einander persönlich begegnen. Das Farm Food Festival Südtirol schafft genau diesen Rahmen. Am 14. März 2026 geht das Format im Kurhaus Meran in seine vierte Ausgabe. 90 Direktvermarkter:innen bringen 900 Produkte mit dem Qualitätssiegel „Roter Hahn“ mit.
Neben der Produktpräsentation setzt das Festival bewusst auf fachliche Programmpunkte. Drei Blindverkostungen zu Käse, Wein und Speck führen Besucher:innen in die Welt der Sensorik ein. Ergänzt wird das Programm durch einen Koch-Workshop und vier Showküchen mit Roter-Hahn-Ambassadors aus der Südtiroler Spitzenküche: Tina Marcelli, Thomas Ortler, Manuel Ebner, Siegi und Matthias Augscheller sowie Juliane Niederstätter. Sie zeigen live, wie bäuerliche Produkte in der professionellen Küche eingesetzt werden können – und welche Rolle Herkunft, Saisonalität und handwerkliche Qualität dabei spielen. Im Kontext des kuratierten Programms des Farm Food Festivals treffen Produzent:innen, Köch:innen sowie Fachpublikum aufeinander, um neue Partner zu finden und bestehende Beziehungen vertiefen.
Zusammenarbeit mit Substanz
Beim Farm Food Festival 2025 trafen Irmi Oberhofer von EVA Bio Apfelsaft in Latsch und Barbara Aster-Peintner vom Bio-Hotel Gitschberg in Meransen erstmals aufeinander. „Letztes Jahr haben wir beim Farm Food Festival Barbara und Horst Peintner kennengelernt. Daraus ist eine tolle Kundenbeziehung entstanden. Ihre Hotelgäste finden unsere Säfte pur am Frühstücksbuffet, in verschiedenen Cocktails und mehr“, so Obstbäuerin und Produzentin Irmi Oberhofer. Hotelierin Barbara Aster-Peintner erzählt: „EVA Bio als Marke war uns schon lange bekannt, die Produkte selbst haben wir allerdings erst 2025 das erste Mal auf dem Farm Food Festival probiert. Und waren begeistert!“ Seit Sommer 2025 besteht die Direktvermarktung zwischen den beiden. Seit neuestem werden auch Kartoffeln in der Bio-Natürküche im Hotel Gitschberg eingesetzt. Was den Weg von Latsch bis Meransen so lohnenswert macht? „Uns verbindet eine tiefe Begeisterung für die Natur, der kompromisslose Anspruch an Qualität und Nachhaltigkeit und eine wertschätzende Sympathie“, so Barbara. Die Aufgabe der Gastwirte in so einer Beziehung? „Den Wert und die Arbeit hinter den handwerklichen, bäuerlichen Produkten zu sehen, verstehen und schätzen. So können wir dem Guten aus der Region im Rahmen unserer Tätigkeit eine gebührende Bühne bieten.“
Hotelier und Koch Gunter Holzer vom Erlebnishotel Waltershof in Ulten bestätigt: „Als Koch und Hotelier lege ich großen Wert auf Regionalität und Saisonalität – an oberster Stelle steht immer die Qualität“, und unterstreicht den Mehrwert für seine Gäste: „Wenn ein Produkt geschmacklich überzeugt und mit Sorgfalt hergestellt wird, arbeite ich gerne damit. Wir setzen die Produkte bewusst und saisonal in unserer Küche ein und erzählen unseren Gästen auch die Geschichte dahinter.“
Im letzten Jahr begegnete Holzer auf dem Farm Food Festival Gotthard Rainer, der am Infanglhof in Schnals Käse herstellt. Der Infanglhof ist seit drei Jahren beim Farm Food Festival vertreten. Für den Landwirt ist die Veranstaltung vor allem Begegnungsplattform: „Das Farm Food Festival zieht Betriebe an, die ähnliche Interessen haben und das Besondere suchen. Es ist eine der schönsten Veranstaltungen, zu denen wir gehen, und als Plattform für uns Landwirte sehr wichtig.“ Die Verantwortung, etwas aus den Begegnungen zu machen liege bei beiden Parteien: „Es sind immer interessante Kontakte dabei – man muss schauen, was daraus wird.“ Entscheidend sei, dass Produzent:innen und Gastronom:innen, die eine ähnliche Haltung teilen, zusammenfinden. Für landwirtschaftliche Betriebe liegt der Nutzen dabei auch in stabilen Abnahmebeziehungen. „Einige Partner bestellen größere Mengen, andere kleine Mengen über das ganze Jahr hinweg – beides kann für uns wichtig sein, solange Verlässlichkeit und gegenseitige Wertschätzung bestehen“, erklärt Gotthard.
Mehr als ein Markt
Das Farm Food Festival ist kein klassischer Produktmarkt, sondern vielmehr ein wirtschaftlicher Begegnungsraum. Qualität wird verkostet, diskutiert und eingeordnet. Betriebe prüfen nicht nur Geschmack, sondern auch Lieferfähigkeit, Abstimmungsmöglichkeiten und gemeinsame Werte.
„Produzenten, Köche und Gäste kommen direkt miteinander ins Gespräch. Genau solche Plattformen braucht es, damit nachhaltige Partnerschaften entstehen können – persönlich, auf Augenhöhe und mit dem gemeinsamen Ziel, Qualität sichtbar und schmeckbar zu machen“, resümiert Gunter Holzer vom Waltershof.
Nicht jedes Gespräch führt automatisch zu einer Zusammenarbeit. Aber dort, wo Qualität, Haltung und Bedarf zusammenpassen, entstehen Beziehungen, die weit über einen Veranstaltungstag hinausreichen. Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet das verlässliche Abnehmer, für Gastronomiebetriebe Produkte mit Geschichte und Herkunft, um ihren Gästen wertvolle kulinarische Erfahrungen zu bieten – und am 14. März bietet auch dir die aktuelle Ausgabe wieder Gelegenheit dazu. Jetzt Termin vormerken!