Der Wegerhof in Stuls/Moos in Passeier wurde vom Südtiroler Bauerbund als „Direktvermarkter des Jahres 2025“ prämiert.
Digitale Sichtbarkeit: Hannes Platter nutzt soziale Medien bewusst und authentisch. Beiträge aus dem Hofalltag führen dazu, dass Kund:innen gezielt auf den Bauernmarkt oder in den Hofladen kommen.
Zusammenarbeit mit der Gastronomie: Flexibilität und direkter Kontakt schaffen Vertrauen und machen regionale Herkunft und Qualität für Gäste erlebbar.
Der Wegerhof in Stuls, einer Fraktion der Gemeinde Moos in Passeier, liegt auf 1.315 Metern Meereshöhe. Hier verarbeitet Hannes Platter die Milch seiner Kühe zu Käse und weiteren Milchprodukten. Sein Arbeitsalltag ist klar strukturiert. „Präzise Abläufe helfen, die Qualität konstant hochzuhalten“, erklärt Hannes. Verarbeitung, Reifung und Verkauf erfolgen vollständig am Hof – Transparenz entlang der gesamten Produktionskette ist ein zentrales Prinzip.
Die Grundlage für den heutigen Betrieb legte seine Mutter Gerlinde Platter. „Mit zehn Kühen allein hätte der Hof langfristig nicht bestehen können“, erinnert sie sich. Die ersten Käse entstanden in der eigenen Küche, zunächst in einem 20-Liter-Topf. Ein Stand auf dem Bauernmarkt in Meran brachte den direkten Kontakt zur Kundschaft und markierte den Beginn der Direktvermarktung.
Vom Handwerk zur Marke
Hannes Platter wuchs in diese Strukturen hinein. „Ich bin praktisch in der Käserei aufgewachsen und habe schon im Kessel gerührt, bevor ich richtig hineinschauen konnte“, erzählt der 32-Jährige. Seit 2013 verarbeitet er die Milch der rund zehn Kühe im Haupterwerb, seit 2016 ist der Wegerhof Mitglied des Qualitätssiegels „Roter Hahn“. In den vergangenen Jahren wurde gezielt investiert: in Stall, Reiferaum, Hofkäserei und Hofladen. Parallel dazu erweiterte Hannes das Sortiment: Käsespezialitäten, Joghurt in mehreren Geschmacksrichtungen, Butter, Topfen und handwerklich hergestellter Mozzarella.
Auch die Kommunikation über soziale Medien ist für Hannes ein wichtiges Instrument. „Es ist schon vorgekommen, dass Menschen gezielt auf den Bauernmarkt gekommen sind, nachdem sie einen Beitrag von uns gesehen hatten“, berichtet Platter. Die Inhalte bleiben bewusst nah am Betrieb und an den Produkten.
Nähe zur Kundschaft als Erfolgsfaktor
Der direkte Verkauf ist ein zentraler Bestandteil des Betriebs. Die Produkte haben im Hofladen und am Bauernmarkt ganz bewusst denselben Preis. „Ich kenne ja meine Produktionskosten sehr genau. Ein transparenter, fairer Preis ist mir wichtig“, betont Hannes. Stammkundinnen und -kunden schätzen auch seine persönliche Beratung und Empfehlungen.
Auch die Zusammenarbeit mit der Gastronomie hat Hannes systematisch ausgebaut. Anfangs wartete er auf Anfragen, inzwischen sucht er aktiv den Kontakt. „Manche Köche sagen ganz offen: Bring mir, was du gerade hast“, erzählt er. Diese Flexibilität wird geschätzt. Siegi Augscheller vom Jägerhof in St. Leonhard bestätigt: „Die direkte Zusammenarbeit ist ein großer Vorteil. Gäste schätzen Herkunft, Qualität und die persönliche Geschichte hinter den Produkten.“