Nachhaltigkeit und Kommunikation | © IDM Südtirol-Alto Adige/Alex Filz

Nachhaltigkeit im Betrieb: Vom Handeln zur glaubwürdigen Kommunikation

  • Warum Nachhaltigkeit im Tourismus heute unverzichtbar ist.
  • Welche Chancen sich für Betriebe daraus ergeben.
  • Warum die Umsetzung kommuniziert werden muss.
  • Wie ein klarer Verantwortungsbereich im Betrieb hilft.
  • Welche Rolle Zertifizierungen spielen können.

Nachhaltigkeit hat sich mittlerweile vom gesellschaftlichen Schlagwort zum entscheidenden Faktor für die Zukunftsfähigkeit touristischer Betriebe entwickelt. Gäste achten zunehmend darauf, wie verantwortungsvoll mit Ressourcen umgegangen wird, und erwarten transparente, glaubwürdige Maßnahmen. Erst durch die richtige Kommunikation wird sichtbar, was Betriebe bereits leisten. Und genau darin liegt enormes Potenzial.

In dieser dreiteiligen Beitragsserie zeigen wir, wie sich Nachhaltigkeit sinnvoll im Betrieb verankern und gleichzeitig authentisch kommunizieren lässt. Im ersten Beitrag geht es um die Basis: ein klares Verständnis dafür, warum Nachhaltigkeit heute unverzichtbar ist und wie der Einstieg in Umsetzung und Kommunikation gelingt.

Erster Schritt: Mindset ändern

Bevor konkrete Schritte geplant werden, braucht es das Verständnis und die Überzeugung für das Thema. Denn nur wer die Bedeutung dahinter wirklich verinnerlicht, kann langfristig glaubwürdige und wirksame Schritte setzen. Noah Pircher von Green Destinations bringt es auf den Punkt: "Erst wenn Betriebe verstehen, warum sie einen nachhaltigeren Weg einschlagen sollen, entstehen daraus authentische und umsetzbare Schritte." Gerade deshalb lohnt es sich, zu Beginn die eigene Motivation zu reflektieren. Denn ein klares Mindset bildet die Grundlage dafür, Nachhaltigkeit nicht als einmaliges Projekt, sondern als eine langfristige Entwicklung im Betrieb zu verankern.

„Erst wenn Betriebe verstehen, warum sie einen nachhaltigeren Weg einschlagen sollen, entstehen daraus authentische und umsetzbare Schritte.“
Noah Pircher, Nachhaltigkeitskoordinator für Betriebe und Destinationen, Green Destinations | © Privat
Noah Pircher
Green Destinations

Erfolgsfaktor Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit bedeutet, Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft in Balance zu bringen, und damit auch die Zukunft des eigenen Betriebs aktiv mitzugestalten. Es geht darum, die Bedürfnisse der heutigen Generation zu erfüllen, ohne jene der nächsten zu gefährden.

Für touristische Betriebe zeigt sich der Nutzen ganz konkret im Alltag: Wer Ressourcen bewusst einsetzt, spart Kosten. Wer regionale Kreisläufe stärkt, schafft Mehrwert vor Ort. Und wer dies dann noch transparent kommuniziert, gewinnt Vertrauen bei Gästen und Einheimischen.

Ohne Kommunikation bleibt Wirkung unsichtbar

Viele Betriebe setzen bereits nachhaltige Maßnahmen um, oft ohne diese aktiv zu kommunizieren. „Betriebe wissen häufig nicht, wie. Genau hier geht wertvolles Potenzial verloren“, meint Noah. Denn Nachhaltigkeit wirkt erst dann nach außen, wenn sie verständlich vermittelt wird. Wichtig ist bei der Formulierung, dass Gäste nicht erzogen werden, sondern verstehen wollen, warum Entscheidungen getroffen werden und welchen Beitrag sie selbst leisten können.

Die Toolbox zur Nachhaltigkeits-Kommunikation liefert hierfür praktische Hilfsmittel.

->Zur Toolbox für Nachhaltigkeits-Kommunikation

Zweiter Schritt: Verantwortung im Betrieb klar verankern

Ein häufiger Stolperstein: Nachhaltigkeit ist „irgendwie“ Thema oder wäre „schön“ oder „an der Zeit“ anzugehen, aber niemand fühlt sich wirklich zuständig. Deshalb lohnt es sich, eine klare Rolle zu definieren. Eine Person, welche die Maßnahmen im Blick hält, interne Abläufe koordiniert und für eine konsistente Kommunikation nach innen und außen sorgt. Auch nach innen, um die Motivation für das tägliche Handeln sicher zu stellen.

Was kann zu Beginn Orientierung geben?

Zertifizierungen können ein sinnvoller erster Schritt sein, um die eigene Ausgangssituation besser einzuordnen, Potenziale zu erkennen und einen strukturierten Überblick zu gewinnen. Darauf aufbauend helfen sie dabei, bisherige Praktiken zu hinterfragen, Maßnahmenfelder zu definieren, Fortschritte messbar zu machen und langfristig Vertrauen bei Gästen aufzubauen.

Dabei gilt, dass nicht jeder Betrieb zertifiziert werden muss. Eine Zertifizierung kann vielmehr als Orientierungshilfe dienen, insbesondere wenn das Thema Nachhaltigkeit anfangs noch zu komplex erscheint. Ergänzend dazu gibt es auch digitale Tools, die eine erste Bestandsaufnahme ermöglichen und dabei helfen, Potenziale sichtbar zu machen und mögliche Entwichlungsrichtungen aufzuzeigen.

Learnings:

  • Nachhaltigkeit wirkt noch stärker, wenn sie aktiv kommuniziert wird.
  • Glaubwürdigkeit entsteht durch Verständnis, und die Summe einzelner Maßnahmen.
  • Klare Verantwortlichkeiten im Betrieb erhöhen die Qualität der Umsetzung.
  • Zertifizierungen und Tools können Orientierung geben, sind aber kein Muss.

Ausblick auf den nächsten Beitrag: Welche Maßnahmen lassen sich im Bereich Mobilität einfach umsetzen und wie können sie sichtbar gemacht werden?

Passend zum Thema
  • 28.04.2026
Öffnung, die wirkt – die erste öffentliche Vollversammlung im Eggental
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen
  • 20.04.2026
BikeLiner 2026: Ein Angebot als Antwort auf reale Engpässe
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen
  • 19.03.2026
GIGGO: Der virtuelle Buddy
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen
  • 18.03.2026
„Nachhaltigkeit darf nicht langweilig sein“
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen
  • 17.03.2026
Vorteilskarten: Wenn Tourismus den Einheimischen etwas zurückgibt
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen
  • 06.03.2026
Ein Garten, der mehr kann als schön sein
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen
  • 25.02.2026
TourisMUT-Webinar: Nachhaltigkeitszertifikate im Fokus
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen
  • 16.02.2026
Nachhaltig, aber anders
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen
  • 04.02.2026
Roland Benedikter: Globale Zukunftsinnovationen im Tourismus
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen
  • 23.01.2026
Mobilität neu gedacht: Olangs Callbus-Modell
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen
Passend zum Thema
  • 28.04.2026
Öffnung, die wirkt – die erste öffentliche Vollversammlung im Eggental
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen
  • 20.04.2026
BikeLiner 2026: Ein Angebot als Antwort auf reale Engpässe
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen
  • 19.03.2026
GIGGO: Der virtuelle Buddy
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen
  • 18.03.2026
„Nachhaltigkeit darf nicht langweilig sein“
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen
  • 17.03.2026
Vorteilskarten: Wenn Tourismus den Einheimischen etwas zurückgibt
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen
  • 06.03.2026
Ein Garten, der mehr kann als schön sein
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen
  • 25.02.2026
TourisMUT-Webinar: Nachhaltigkeitszertifikate im Fokus
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen
  • 16.02.2026
Nachhaltig, aber anders
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen
  • 04.02.2026
Roland Benedikter: Globale Zukunftsinnovationen im Tourismus
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen
  • 23.01.2026
Mobilität neu gedacht: Olangs Callbus-Modell
  • Kommentar Kommentare
  • Gefällt mir Reaktionen