Nachhaltigkeit hat sich mittlerweile vom gesellschaftlichen Schlagwort zum entscheidenden Faktor für die Zukunftsfähigkeit touristischer Betriebe entwickelt. Gäste achten zunehmend darauf, wie verantwortungsvoll mit Ressourcen umgegangen wird, und erwarten transparente, glaubwürdige Maßnahmen. Erst durch die richtige Kommunikation wird sichtbar, was Betriebe bereits leisten. Und genau darin liegt enormes Potenzial.
In dieser dreiteiligen Beitragsserie zeigen wir, wie sich Nachhaltigkeit sinnvoll im Betrieb verankern und gleichzeitig authentisch kommunizieren lässt. Im ersten Beitrag geht es um die Basis: ein klares Verständnis dafür, warum Nachhaltigkeit heute unverzichtbar ist und wie der Einstieg in Umsetzung und Kommunikation gelingt.
Erster Schritt: Mindset ändern
Bevor konkrete Schritte geplant werden, braucht es das Verständnis und die Überzeugung für das Thema. Denn nur wer die Bedeutung dahinter wirklich verinnerlicht, kann langfristig glaubwürdige und wirksame Schritte setzen. Noah Pircher von Green Destinations bringt es auf den Punkt: "Erst wenn Betriebe verstehen, warum sie einen nachhaltigeren Weg einschlagen sollen, entstehen daraus authentische und umsetzbare Schritte." Gerade deshalb lohnt es sich, zu Beginn die eigene Motivation zu reflektieren. Denn ein klares Mindset bildet die Grundlage dafür, Nachhaltigkeit nicht als einmaliges Projekt, sondern als eine langfristige Entwicklung im Betrieb zu verankern.
Erfolgsfaktor Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit bedeutet, Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft in Balance zu bringen, und damit auch die Zukunft des eigenen Betriebs aktiv mitzugestalten. Es geht darum, die Bedürfnisse der heutigen Generation zu erfüllen, ohne jene der nächsten zu gefährden.
Für touristische Betriebe zeigt sich der Nutzen ganz konkret im Alltag: Wer Ressourcen bewusst einsetzt, spart Kosten. Wer regionale Kreisläufe stärkt, schafft Mehrwert vor Ort. Und wer dies dann noch transparent kommuniziert, gewinnt Vertrauen bei Gästen und Einheimischen.
Ohne Kommunikation bleibt Wirkung unsichtbar
Viele Betriebe setzen bereits nachhaltige Maßnahmen um, oft ohne diese aktiv zu kommunizieren. „Betriebe wissen häufig nicht, wie. Genau hier geht wertvolles Potenzial verloren“, meint Noah. Denn Nachhaltigkeit wirkt erst dann nach außen, wenn sie verständlich vermittelt wird. Wichtig ist bei der Formulierung, dass Gäste nicht erzogen werden, sondern verstehen wollen, warum Entscheidungen getroffen werden und welchen Beitrag sie selbst leisten können.
Die Toolbox zur Nachhaltigkeits-Kommunikation liefert hierfür praktische Hilfsmittel.
Zweiter Schritt: Verantwortung im Betrieb klar verankern
Ein häufiger Stolperstein: Nachhaltigkeit ist „irgendwie“ Thema oder wäre „schön“ oder „an der Zeit“ anzugehen, aber niemand fühlt sich wirklich zuständig. Deshalb lohnt es sich, eine klare Rolle zu definieren. Eine Person, welche die Maßnahmen im Blick hält, interne Abläufe koordiniert und für eine konsistente Kommunikation nach innen und außen sorgt. Auch nach innen, um die Motivation für das tägliche Handeln sicher zu stellen.
Was kann zu Beginn Orientierung geben?
Zertifizierungen können ein sinnvoller erster Schritt sein, um die eigene Ausgangssituation besser einzuordnen, Potenziale zu erkennen und einen strukturierten Überblick zu gewinnen. Darauf aufbauend helfen sie dabei, bisherige Praktiken zu hinterfragen, Maßnahmenfelder zu definieren, Fortschritte messbar zu machen und langfristig Vertrauen bei Gästen aufzubauen.
Dabei gilt, dass nicht jeder Betrieb zertifiziert werden muss. Eine Zertifizierung kann vielmehr als Orientierungshilfe dienen, insbesondere wenn das Thema Nachhaltigkeit anfangs noch zu komplex erscheint. Ergänzend dazu gibt es auch digitale Tools, die eine erste Bestandsaufnahme ermöglichen und dabei helfen, Potenziale sichtbar zu machen und mögliche Entwichlungsrichtungen aufzuzeigen.
Learnings:
Ausblick auf den nächsten Beitrag: Welche Maßnahmen lassen sich im Bereich Mobilität einfach umsetzen und wie können sie sichtbar gemacht werden?