Vorteilskarten: Wenn Tourismus den Einheimischen etwas zurückgibt

  • Welche Vorteilskarten es für Einheimische in Südtirol bereits gibt.
  • Was die neue hoi!CARD ist und welche Leistungen sie umfasst.
  • Warum die Karte gezielt an Einheimische gerichtet ist.
  • Wie Gemeinden, Tourismusverein und MoKo gemeinsam das Projekt umgesetzt haben.
  • Weshalb touristische Gelder bewusst für einen Mehrwert für die Bevölkerung eingesetzt werden.
  • Warum die hoi!CARD richtungsweisend ist.

Tourismus prägt Regionen auf unterschiedlichen Ebenen: wirtschaftlich, kulturell und im Alltag. Doch in hochfrequentierten Gebieten wächst bei Einheimischen mitunter die Distanz zum eigenen Freizeit- und Kulturangebot. Dem entgegenzuwirken, entstanden in den letzten Jahren bereits unterschiedliche Vorteilskarten in Naturns, Eggental und Brixen. Während die NaturnsCard und Locals Card für Bewohner:innen im Eggental kostenlos erhältlich sind und Rabatte bei teilnehmenden Betrieben bieten, werden die saisonsgebundenen myCards in Brixen zu einem einmaligen Fixpreis angeboten. Dieses Modell greift nun auch die hoi!CARD für Bruneck und Umgebung, die ab April 2026 erstmals erhältlich sein wird. 

Was ist die hoi!CARD?

Die hoi!CARD ist neue Vorteilskarte für die Bevölkerung der Gemeinden Bruneck, St. Lorenzen, Pfalzen, Gais und Percha. Sie ermöglicht sechs Monate lang Zugang zu den beliebtesten Freizeit- und Kultureinrichtungen der Region Bruneck. Die Initiative hat das klare Ziel, die Tourismusgesinnung der Einheimischen positiv zu lenken, indem touristische Mittel bewusst in einen spürbaren Mehrwert für die Bevölkerung investiert werden.

Mit einer einzigen Karte lassen sich unter anderem nutzen:

  • Berg- und Talfahrten von Reischach auf den Kronplatz
  • Hallenbad Cron 4, Freibad Bruneck, Issinger Weiher
  • Kletterzentrum Heliks
  • Intercable Arena (Publikumslauf)
  • Museen: LUMEN, MMM Corones & Ripa, ECK Museum, Museum Mansio Sebatum, Volkskundemuseum und Feuerwehrhelmmuseum

Nach dem Erwerb der Karte zu einem attraktiven Preis sind die Leistungen beliebig oft nutzbar. Wobei jedes Erlebnis nur einmal täglich nutzbar ist (z.B. 1 x Berg- und Talfahrt am Kronplatz).

So wird das eigene Lebensumfeld niederschwellig, vielfältig und nachhaltig erlebbar.

 

Nachhaltig – was heißt das konkret?

„Nachhaltig“ bedeutet bei der hoi!CARD Zugänglichkeit: Viele Einheimische empfinden touristische Angebote als „nicht für uns gedacht“ oder finanziell schwer leistbar. Die hoi!CARD setzt genau hier an und macht bestehende Infrastruktur für alle nutzbar. Ohne zusätzliche Belastung, dafür mit besserer Auslastung über einen langen Zeitraum.

„Die Karte wird von Gemeinden und touristischen Geldern mitfinanziert, konkret aus einem Teil jener Ortstaxe, die an die Gemeinden zurückfließt."
Bürgermeister Bruneck Bruno Wolf
Bruno Wolf
Bürgermeister von Bruneck

Wer steckt hinter der hoi!CARD?

„Die hoi!CARD ist das Ergebnis einer bis dato einzigartigen Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden Bruneck, St. Lorenzen, Pfalzen, Gais und Percha, dem Tourismusverein und dem Mobilitätskonsortium (MoKo),“ sagt Bürgermeister Bruno Wolf.

Die Karte wird von Gemeinden und touristischen Geldern mitfinanziert, konkret aus einem Teil jener Ortstaxe, die an die Gemeinden zurückfließt. Dadurch entsteht für Bürgerinnen und Bürger ein attraktiver Preis, der ohne diese gemeinsame Finanzierung nicht möglich wäre.

In wenigen Monaten: Von der Idee zur Umsetzung

Die Idee zur hoi!CARD geht auf ein Wahlversprechen von Bürgermeister Bruno Wolf zurück: einen echten, spürbaren Vorteil für Einheimische zu schaffen. Was folgte, war ein intensiver Konzeptionsprozess mit Gemeinde, Tourismusverein und MoKo zu Bestandsanalyse, Preisstruktur und Einbindung weiterer Gemeinden im Tourismusgebiet Kronplatz. Bei Leistungsanbietern waren Überzeugungsarbeit und Diskussionen nötig, obwohl „die Verhandlungen sowohl mit den Gemeinden als auch mit den Leistungsgebern stets von einer großen Offenheit und Bereitschaft zur Zusammenarbeit geprägt.“

Etwa zur Frage, ob Nutzungen begrenzt werden sollten. Die Entscheidung fiel bewusst auf unlimitierte Nutzung im gesamten Zeitraum, um Erlebnisorte besser auszulasten und Hemmschwellen abzubauen. Möglich wurde diese Umsetzung innerhalb eines knappen Zeitrahmens nicht zuletzt durch MoKo als unabhängige, koordinierende Stelle.

Ein Modell mit Zukunft?

Für Sophia Oberjakober, Geschäftsführerin von MoKo, war die hoi!CARD ein besonderes Projekt: „Es war die erste Vorteilskarte, die wir von der Pieke an begleitet haben. Entscheidend war, erst dann zu kommunizieren, wenn alles klar ist.“ Die digitale Umsetzung ermöglicht wertvolle Nutzungsanalysen für die Weiterentwicklung des Angebots. Gleichzeitig schafft die Karte neue Berührungspunkte zwischen Einheimischen und dem Tourismusverein in seiner Rolle als Lebensraumgestalter. Das wachsende Interesse – etwa von Unternehmen, die die hoi!CARD als Mitarbeiter-Benefit nutzen möchten – zeigt: Das Modell wirkt, jetzt schon.

Learnings:

  • Tourismusakzeptanz kann dort entstehen, wo Einheimische konkret profitieren.
  • Gemeinsame Finanzierung von Gemeinden und Tourismus schafft Vertrauen und Wirkung.
  • Eine klare, einfache Kommunikation ist entscheidend für die Akzeptanz neuer Modelle.
  • Digitale Lösungen erleichtern Nutzung, Auswertung und Weiterentwicklung von Angeboten.
  • Tourismusvereine können als Lebensraumgestalter neue Rollen übernehmen.

Was denkst du über Freizeitkarten wie die hoi!CARD als Initiative zur positiven Tourismusgesinnung? Hast du weitere Ideen, um Einheimische mit ins Boot zu holen? Teile deine Meinung gerne in den Kommentaren.

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