Bei den Spezialitätenwochen Schlerngenuss Dolomites vom 6. bis zum 21. Juni arbeiten Gastronomie und Produzent:innen eng zusammen – mit Produkten, die alle aus der Ferienregion Seiser Alm stammen.
2026 beginnt das Format erstmals mit einer Auftaktveranstaltung am 22. Mai aus Live-Kochshow und Genussmarkt, wo die Produzent:innen vertreten sind, und schafft damit eine weitere Gelegenheit für neue Kontakte.
Das Event soll langfristige Zusammenarbeit anstoßen – und zeigt beispielhaft, was regionale Kreisläufe brauchen, damit sie funktionieren: Qualität, Verlässlichkeit und kontinuierlichen Austausch.
„100 % von do“ lautet das Motto der Spezialitätenwochen Schlerngenuss Dolomites (6.–21. Juni), bei denen 12 Gastrobetriebe mit Erzeugnissen von 60 lokalen Produzent:innen kochen. „Verwendet werden ausschließlich Produkte aus der Ferienregion Seiser Alm – nur Salz, Pfeffer und Öl bilden die Ausnahme“, sagt Hannes Haselrieder, HGV-Obmann in Völs, der zu den Initiatoren der Spezialitätenwochen zählt und als Juniorchef des Restaurants Pitschlmann mit seinem Betrieb teilnimmt. „Es ist uns wichtig, das Konzept konsequent umzusetzen.“ Entstanden ist Schlerngenuss Dolomites nämlich mit einem klaren Anspruch: Regionalität und lokale Kreisläufe konsequent auf den Teller zu bringen. Partner der Veranstaltung ist auch das Netzwerk alma, das Produzent:innen und Gastronomiebetriebe in der Ferienregion Seiser Alm stärker zusammenbringen möchte. Alle 60 teilnehmenden Produzent:innen sind Teil des Netzwerks.
Genussmarkt als Ort für den Austausch
2026 bietet das neue Auftaktevent am 22. Mai mit Live-Kochshow von beteiligten Gastronomiebetrieben und einem Genussmarkt zusätzliche Gelegenheit für direkten Austausch. Käser Joachim Rier vom Hof zu Fall nimmt seit Jahren am Schlerngenuss teil und präsentiert heuer erstmals seinen Käse auf dem dazugehörigen Markt: „Das Event unterstützt mich als Direktvermarkter. Es ist eine Art Bühne, auf meine Arbeit aufmerksam zu machen. Um präsent zu sein“, sagt Joachim. Ein weiterer Treffpunkt innerhalb der Genusswochen ist die Völser Dorfkuchl am 6. Juni auf dem Kirchplatz von Völs am Schlern. Dort präsentieren Produzent:innen und Gastronomiebetriebe regionale Spezialitäten und kommen mit Gästen direkt ins Gespräch.
Mehr Sichtbarkeit für regionale Produkte
Auch für die Restaurants seien die Spezialitätenwochen zusätzlicher Antrieb, regionale Produkte bewusst sichtbar zu machen, sagt Hannes Haselrieder: „Ich kann den Gästen eine Geschichte und ein Gesicht zum Produkt geben.“ Sein Betrieb ist seit sechs Jahren beim Schlerngenuss dabei. „Gleichzeitig erzählen wir mit unserer Speisekarte, welche Vielfalt direkt vor Ort vorhanden ist.“ Auf der Speisekarte ist nachvollziehbar, von welchem Hof die einzelnen Produkte stammen. Ein vermeintlich kleiner Schritt mit großer Wirkung für die Produzent:innen: „Unser Käse und Hof werden bei den Zutaten zum Gericht namentlich genannt und die Gäste kommen danach oft auch direkt zu uns, um unsere Produkte zu kaufen“, so Joachim Rier.
Das Menü beginnt am Hof
In der Küche bedeutet die Zusammenarbeit mit lokalen Produzent:innen ein Umdenken: Statt zuerst Gerichte zu planen und danach Zutaten zu suchen, entsteht so manches Menü direkt aus dem Angebot der Höfe. „Ich frag bei den Bauern nach, welche Produkte sie zurzeit zu Verfügung haben und dann wird das Menü geschrieben“, erzählt Hannes aus der Praxis.
Warum der persönliche Kontakt zählt
Schlerngenuss fördere erste Begegnungen, sagt Milchbauer Joachim Rier. „Manche Betriebe haben uns erst über den Schlerngenuss kennengelernt. Ziel ist es, dass daraus eine langfristige Zusammenarbeit entsteht. Ich brauche Kunden, die regelmäßig bei mir bestellen – nicht nur punktuell“, sagt Joachim. Dafür brauche es allerdings Einsatz auf beiden Seiten. „Wenn ich meine Produkte verkaufen will, dann muss ich auch hingehen zum Betrieb und meine Produkte vorstellen“, sagt er. Kontakte müssten gepflegt und immer wieder aufgefrischt werden. Zu hohe Preise als Hemmschwelle? „Gäste wie Einheimische, die bewusst hochwertige Produkte suchen, sind bereit, etwas höhere Preise zu zahlen“, sagt er. Um die Qualität seiner Produkte zu vermitteln, bietet Joachim Hofführungen an – im Rahmen der Genusswochen und darüber hinaus.
Seit sieben Jahren bietet der Schlerngenuss Dolomites dafür einen konkreten Rahmen: für neue Kontakte, gemeinsame Planung und Zusammenarbeit, die im besten Fall weit über die Genusswochen hinaus Bestand hat.
Alma vernetzt Produzent:innen, landwirtschaftliche Betriebe und Gastronomiebetriebe in der Ferienregion Seiser Alm. Ziel ist es, lokale Produkte einfacher sichtbar und verfügbar zu machen sowie den direkten Austausch zwischen Produzent:innen und Gastronom:innen zu stärken. Auf der Plattform können Interessierte auf einen Blick sehen, welche Produkte in der Region angeboten werden und direkt miteinander in Kontakt treten.